Chronik

Begonnen hat die Geschichte der Grube Carolus Magnus mit dem Bestreben dreier französischer Stahlwerksbesitzer eine eigene Kohlegrube zu besitzen, mit deren Förderung sie ihre Stahlwerke befeuern können.

Im Jahre 1910 werden sie in Übach fündig. Dort kaufen sie große Grundstücksflächen, auf denen sie eine Steinkohlegrube errichten wollen. Zur gleichen Zeit befand sich der Eschweiler-Bergwerks-Verein in finanziellen Schwierigkeiten, da es massive Probleme mit dem Abteufen der Grube Adolf in Merkstein gab. Um wieder Liquide zu werden musste sich der EBV von verschiedenen Kohlefeldern in der Region trennen.

Zu diesen Feldern gehörten auch die Kohlefelder unter Übach-Palenberg, die sich bis an die niederländische Grenze hinzogen. Diesen finanziellen Engpass machten sich die Franzosen zunutze und kauften dem EBV noch im Jahr 1910 die Übacher Felder ab. Die Zustimmung des Bergamtes erhält der Vertrag zu Anfang des Jahres 1911.

Im Jahr 1911 wird von den Stahlunternehmen die Gewerkschaft Carolus Magnus gegründet, die die gleichnamige Grube betreiben soll. Der Name Carolus Magnus geht dabei von der französischen Bezeichnung für Karl den Großen aus, an den auf diese Weiser erinnert werden soll.

Nachdem endlich alle benötigten Grundstücke, die auf den Flächen der damals noch eigenständigen Gemeinden Frelenberg und Übach lagen, gekauft wurden, konnte mit den vorarbeiten zum Abteufen der Grube begonnen werden.

Noch im Jahr 1911 wird mit dem Bau der Übertageanlage begonnen. Parallel zu den Arbeiten an der Zechenanlage wird auch mit dem Bau von Bergarbeiterhäusern in unmittelbarer Nähe der Grube begonnen.

Wie bereits einige Jahre vorher in Baesweiler soll auch hier eine Doppelschachtanlage entstehen.

Im Bereich der Grube verliefen ausgedehnte Treibsandschichten, die das Abteufen der Schächte noch vor einiger Zeit unmöglich gemacht hätten. Hier kam jedoch das neue Gefrierverfahren zum Einsatz, daß die umgebende Sandschichten vor dem Durchstoß einfror und damit Schutz vor einbrechenden Sandmassen bot.

Im Jahr 1912 wird der Eisenbahnanschluß für die Grube eingerichtet. Dazu wird vom Bahnhof Palenberg ein Anschlußgleis bis auf das Grubengelände gelegt.

Im Jahr 1913 wird mit den Abteufarbeiten der beiden Schächte I (Mai) + II (Oktober) begonnen. Bereits nach wenigen Wochen kommt es bei den Abteufarbeiten am Schacht I zu einem schweren Unfall. Bei einer Teufe von siebzig Metern bricht eine Schachtmauer und Treibsand bricht in den Schacht ein. 13 Bergleute werden dabei verschüttet und kommen zu Tode.

1914 hatte Schacht I bereits eine Teufe von 400 m erreicht und erreichte damit das kohleführende Gestein.

Massive Probleme für Carolus Magnus brachte der Beginn des ersten Weltkrieges im Jahre 1914. Wie bei allen anderen Gruben der Region auch, wurden die Bergleute in den Kriegsdienst einberufen, so daß es bald an erfahrenen Bergleuten für die Fortführung der Arbeiten fehlte.

Besonders betroffen war davon Schacht II, der sich immer noch in der Abteufphase befand. Mit einer Notbesetzung konnten die Abteufarbeiten fortgeführt werden. Die Arbeiten an Schacht II wurden weiterhin durch einen Wassereinbruch im Jahre 1915 stark verzögert. Erst nach 15 Monaten war die Lage wieder soweit unter Kontrolle, dass man sich beim alten Stand befand.

Nach all diesen Problemen war auch Schacht II im Jahr 1917, also noch während des ersten Weltkrieges, komplett abgeteuft. Im gleichen Jahr konnte die erste Kohle auf Carolus Magnus gefördert werden.

Nach dem Krieg gibt es für Carolus Magnus wieder genug Arbeitskräfte, die sich nach den Kriegswirren wieder um Arbeit bemühen. Aus diesem Grund lässt die Gewerkschaft Carolus Magnus weitere Bergarbeiterhäuser bauen.

Auch die nächsten Jahre stehen im Zeichen des rasanten Aufbaus, der durch die Inflation nur kurzzeitig gebremst wurde. Nachdem die Grube im Jahre 1923 kurz vor dem Ruin stand wurde ab 1926 kräftig weitergebaut.

In diesem Jahre wurden die Fördertürme auf Carolus Magnus errichtet. Ebenso wurde eine Kokerei mit 100 Koksöfen zur Verarbeitung der geförderten Fettkohle in Betrieb genommen. Zusätzlich wird eine Kohlenwäsche und eine Benzolanlage installiert.

In Jahr 1928 entsteht das heute noch vorhandene Verwaltungsgebäude.

In dieser Zeit wurde die bisherige Dampffördermaschine durch eine elektrische Maschine ersetzt.

Im Jahr 1930 haben die Schächte ihre endgültige Teufe von 700 m erreicht.

Nach den Jahren des Auf- und Ausbaus trifft der Ausbruch des zweiten Weltkrieges die Grube wie ein Schlag ins Gesicht. Sie wird unter deutsche Zwangsverwaltung gestellt. Überflüssig zu erwähnen, daß die geförderte Kohle zu dieser Zeit nicht mehr in die französische Stahlindustrie, sondern in die deutsche Rüstungsindustrie geliefert wird.

Wie bereits im ersten Weltkrieg hat Carolus Magnus auch im zweiten Weltkrieg wieder mit dem Mangel an Arbeitskräften zu kämpfen, die wieder in den Krieg ziehen mussten. Aufgefangen werden sollte der Mangel an Arbeitskräften durch Zwangsarbeiter, für die eigens ein Lager auf dem Zechengelände eingerichtet wurde.

Zudem war die Infrastruktur zu Kriegszeiten denkbar ungünstig für den Abtransport der geförderten Kohle.

Aufgrund der Kriegshandlungen muss die Grube im Jahre 1944 geschlossen werden. Die Instandhaltungsarbeiten können durch die Begleitumstände für einige Wochen nicht weitergeführt werden. Neben den dadurch entstandenen Beschädigungen unter Tage wurde knapp die Hälfte der Übertageeinrichtungen durch Bombenangriffe zerstört.

Bereits früh kann sich Carolus Magnus an den Wiederaufbau der Anlagen geben und die nun dringend benötigte Kohle fördern. Es kommt nach dem Ende des Krieges und der Währungsreform noch eine kurze Zeit des normalen Arbeit, bevor die Zukunft für die Grube düster aussieht.

Mit dem zunehmenden Abbau der Kohlefelder wird die geologische Situation für den Abbau der noch vorhandenen Felder immer Komplizierter. So nahm die Pro-Kopf-Förderung durch diese Umstände immer weiter ab, was zur Verteuerung der Kohle sorgte.

Im Jahr 1960 gab es bereits erste Gerüchte über die Schließung der Grube. Endgültig geschlossen wurde die Grube zum 30.09.1962 nachdem die Gewerkschaft Carolus Magnus kurz vor dem Konkurs stand. Ein großer Teil der Bergleute wechselte in die Zechen des Eschweiler-Bergwerks-Vereins, die zu dieser Zeit noch in voller Förderung standen.

Nach der Schließung der Grube wurden fast alle Übertageeinrichtungen der Grube abgerissen. Erhalten ist heute noch das Verwaltungsgebäude der Grube und der Wasserturm.

 

 

   
 
 
 
 
 
 

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